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Trotz
aller Einschränkungen während des Kriegs – die Aero
Autoabteilung wurde zu Gunsten der Flugzeugproduktion laufend
verkleinert – gelang es einer Gruppe von Technikern unter der
Leitung von Ing. Zdenek Michl im Jahr 1941 ein bereits 1937
begonnenes Projekt zur Entwicklung eines „Volkswagens“
fertig zu stellen. Es sollte der Nachfolger der kleinen Aeros
werden und erhielt den Namen „Aero Pony“. Zwei Prototypen
wurden gefertigt.
Natürlich
blieb man dem 2-Taktmotor treu: Der „Pony-Motor“ hatte
2-Zylinder mit 745,5 cm3 und war mit einem
4-Gang-Getriebe (4xVorwärts + Rückwärtsgang) kombiniert.
Erstmals gab es eine Synchronisation für den dritten und
vierten Gang. Neu war auch die neue Motorkonstruktion mit einem
eigenen horizontal geteilten Kurbelgehäuse aus
Leichtmetallguss, auf das der Zylinderblock aufgesetzt wurde.
Zu
Gunsten der Zuverlässigkeit – die Frontantriebsgelenke aus
eigener Konstruktion waren doch noch zu anfällig - entschied
man sich beim Pony wieder für das konventionelle
Antriebskonzept mit Kardanwelle und Hinterradantrieb. Das
Fahrwerk selbst war mit unabhängigen Radaufhängungen für alle
vier Räder an gezogenen Kurbellenkern und einer
Torsionsstabfederung durchaus modern konzipiert, hydraulische
4-Rad-Bremsen inklusive. Die Tests verliefen durchwegs
erfolgreich. Doch durch den Befehl der deutschen Machthaber, sämtliche
Produktionskapazitäten in den Dienst kriegswichtiger Produkte
zu stellen, war an die Vorbereitung einer Serienproduktion nicht
zu denken. Die Prototypen
wanderten bis Kriegsende in ein Versteck.


Knapp
vor Kriegsende wurde das Aero-Flugzeugwerk durch Bombenangriffe
teilweise zerstört, doch die beiden Pony-Prototypen hatten
überlebt.
Unmittelbar nach Kriegsende wurden sie wieder aktiviert und für
Medikamententransporte eingesetzt. Der Werksfahrer Jan Hanus
beteiligte sich noch 1945 mit dem Pony sehr erfolgreich an
einigen Rennen. Im In- und Ausland herrschte großes Interesse
am Pony.
Erste Bestellungen trafen ein. Die Aero-Firmenleitung stellte
die Fahrzeuge den neuen Ministerien vor. Wie bereits 1928 hätte
die Autoproduktion eine wichtige Stütze zum Wiederaufbau der
Flugzeugfertigung sein können. Doch es kam anders. Aero wurde auf Anordnung des
Industrieministeriums vom 27.12.1945 und in Übereinstimmung mit
den Benes-Dekreten verstaatlicht. Dr. Kabes Sen. und Jun. wurden
enteignet und mussten das Unternehmen verlassen. Eine neue
Unternehmensleitung wurde bestellt. Diese musste die Vorgaben
der neuen Machthaber ausführen und die Automobilproduktion zu
Gunsten der Flugzeugproduktion beenden.
Pony Nr. 1
Von den beiden "überlebenden" Pony's kaufte
Ing. Novotny den Pony Nr.1. Noch im Jahr 1965 parkte er in den Straßen von
Prag-Vysocany,
dann wechselte er mehrmals den Besitzer. Heute ist er in Besitz eines
Aero-Freundes in der Nähe von Brünn und wartet
noch immer auf seine Restaurierung.
Pony Nr. 2
Pony Nr. 2 wurde
gefühllos und amateurhaft zu einer Limousine umgebaut und
endete irgendwo in Mähren.
Das
fortschrittliche Konstruktionskonzept des Aero Pony
Der
Aero Pony hatte zwar ein konventionelles Antriebskonzept mit der
Motor/Getriebe-Einheit an der Vorderachse und angetriebenen
Hinterrädern, aber sehr modern konzipierte, unabhängige
Radaufhängungen für alle vier Räder. An der Vorderachse waren
gezogene Kurbellenker in Kombination mit einer
Torsionsstabfederung vorgesehen. Parallelen zu Ferdinand
Porsches Konstruktion für den Volkswagen sind unübersehbar.
Aber während Porsches Volkswagen an der Hinterachse
Pendelachsen hatte, hatte der Aero Pony auch für die Hinterräder
eine sturzneutrale Kurbellenker-Radaufhängung. Das moderne
Fahrwerk brachte einen großen Fortschritt für die Fahrdynamik.
Dies musste aber wegen der vergleichsweise hohen Teileanzahl mit
potenziell hohen Herstellkosten erkauft werden – keine gute
Basis für die potenzielle Nachkriegsproduktion.

Detailansicht
der Motor-/Getriebeeinheit und den vorderen Radaufhängungen.
Gut zu sehen sind die gezogenen Kurbellenker und die Stoßdämpfer,
sowie die Hydraulikleitungen zu den Radbremsen.
Der
Aero Pony-Motor im Detail

Der
Pony-Motor besteht aus einem horizontal geteilten Kurbelgehäuse
aus Leichtmetallguss mit großzügig dimensionierten
Kurbelwellenlagern und einem separaten Zylinderblock aus
Grauguss, sowie einem Leichtmetall-Zylinderkopf.

Beitrag
verfasst von Reinhard Bauer (31.01.2011)
Die
Daten zum Aero
Pony
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